Dieser Trick aus den Niederlanden kann Fahrradfahrern das Leben retten

Die Niederlande sind ein Fahrradland. Deshalb ist man dort auch bekanntlich wesentlich weiter, was den Radverkehr betrifft.

Zugleich weiß diese Nation aber auch, wie man gegenüber Fahrradunfällen Vorbeugung leistet: Mit dem sogenannten „holländischen Griff“. Damit könnt auch ihr bei euch im Straßenverkehr Leben retten!

Radwege bei uns häufig nicht gut ausgebaut

Wer in Deutschland mit dem eigenen Fahrrad auf der Straße fährt, lebt gefährlich. Denn häufig sind die Radwege vor Ort nicht gut ausgebaut – weshalb der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) unser Radverkehrsnetz auch schon vor Jahren als „einen unzumutbaren Flickenteppich aus zusammenhanglosen, zu schmalen, unverständlichen und schlecht gemachten Radweg-Lösungen“ bezeichnet haben soll.

Schlecht gekennzeichnete oder abgesicherte Spuren seien für die mit dem Rad Fahrenden nervig. Aber eben nicht nur. Jede Form von mangelhafter Infrastruktur direkt vor Ort kann fatale Folgen haben. Dann, wenn sich Fahrräder und Autos die selbe Straße teilen müssen.

Wie „Utopia“ berichtet, sind laut dem Statistischen Bundesamt allein im Jahr 2024 ingesamt 278 Radfahrer:innen innerorts an Verkehrsunfällen gestorben.

Dies muss nicht so bleiben!

Auto fahrende Personen können, wie „Utopia“ ergänzend berichtet, zur Verhinderung von Fahrradunfällen schon durch etwas eigene Umsicht einiges erreichen. Ganz erheblich Vorbeugung leisten.

Insbesondere bei den sogenannten „Dooring“-Unfällen – also jenen Zusammenstößen, die durch urplötzlich geöffnete Türen von Autos auf der Straße entstehen. Und, allen Radelnden ein Dorn im Auge sind.

Um sie wirklich effektiv zu schützen, kann der „holländische Griff“ (oder auch „Dutch Reach“ genannt) Wunder wirken.

So funktioniert dieser „holländische Griff“

Einfach beim Aussteigen aus dem Auto die Fahrertür mit der rechten Hand öffnen – und die Beifahrertür wiederum mit der Linken. So dreht sich dann euer Oberkörper ganz automatisch in Richtung Straße – wodurch ihr es nicht ganz so leicht vergesst, vor eurem Aussteigen einen Blick über die Schulter zu werfen!

Mit diesem wirklich genialen Trick könnt ihr Fahrräder, die sich eurem Auto nähern, rechtzeitig sehen! Und, die Tür an eurem Auto wiederum geschlossen halten, bis diese vorbeigefahren sind! In Folge dessen, schwerwiegende Unfälle vermeiden!

„Dooring“-Unfälle gibt es auch in Deutschland

„Dooring“ bedeutet, dass die Autotür im falschen Moment geöffnet wird – wodurch dann wiederum vorbeifahrende Fahrradfahrer:innen sehr häufig nicht mehr rechtzeitig ausweichen können.

Stattdessen prallen sie frontal gegen die Tür – was zu schlimmen Verletzungen führen kann, weil sich die Kante der Autotüren ziemlich häufig auf Kopfhöhe befindet.

Auch in Deutschland kommen derartige Unfälle ziemlich häufig vor. Wie der ADFC bereits 2024 geschrieben hatte, ist damals in München im Schnitt mehr als jeden dritten Tag ein neuer Dooring-Unfall von der Polizei aufgenommen worden. Die Dunkelziffer all jener Betroffenen, die nicht sofort die Polizei gerufen hätten, dürfte aber noch um einiges höher sein.

Mehrere Länder setzen auf „Dutch Reach“

Der holländische Griff wird schon seit in etwa den 1970er Jahren in sehr vielen Fahrschulen der Niederlande unterrichtet. Martijn van Es von „Fietsersbond“, einem holländischen Interessenverband für Fahrradfahrer, sagte dazu 2019 gegenüber von Zeit Online: „Wir schätzen, dass etwa die Hälfte aller Fahrlehrer in den Niederlanden diese Methode unterrichtet“.

Auch bei uns in Deutschland würden in einigen Bundesländern Polizei oder auch Landesregierung dafür werben, sich den „Dutch Reach“ anzueignen. Aus gutem Grund.

In Großbritannien wiederum ist man einen anderen Weg gegangen – und hat den Griff als Empfehlung in die Straßenverkehrsordnung, den sogenannten „Highway Code„, aufgenommen. Darüber hinaus wird dieser Griff von mehreren US- sowie australischen Bundesstaaten weiter empfohlen.

Weitere Informationen

Dieser Artikel stammt in ursprünglicher Form von utopia.de. Er wurde für „lebenslust-online.de“ umgeschrieben und angepasst.

Hinweis zur Grafik oben: Diese Grafik wurde von einer KI generiert.