Gärtnern mit Kindern: Was gilt es zu beachten?

Gärtnern mit Kindern? Ja – das geht!

Es gilt aber, einige wichtige Dinge zu beachten.

Geduld ist bei Kindern besonders wichtig

Gärtnern mit Kindern erfordert Geduld, Naturverständnis und Selbstbewusstsein. Denn Buddeln, Säen oder Ernten sind für Kinder ein großer Spaß.

Abgesehen davon ist es für sie ein Erfolgserlebnis, wenn die eigenen Erdbeeren vom Strauch genascht oder die selbst gezogenen Möhren aus der Erde gezogen werden können. Besonders aufregend ist, dass Kinder beim Gärtnern die Natur mit allen Sinnen erleben und aktiv mitgestalten können.

Sie lernen so, Verantwortung zu übernehmen – und, zu verstehen, woher das Obst und Gemüse aus dem Supermarkt tatsächlich kommen.

Gärtnern ist gesünder als Bildschirm-Konsum

Gerade auf Grund der vielen Zeit, die Kinder jeden Alters heute in Innenräumen – nicht selten vor dem Bildschirm – verbringen, ist Gärtnern für sie ein wichtiger Gegenentwurf. Und das Schöne dabei ist, dass ein großes Gartenstück nicht einmal unbedingt notwendig ist, um loszulegen.

Wie oekotest.de berichtet, reichen hier bereits ein kleines Kinderbeet, ein Balkonkasten oder aber auch Töpfe auf einer Terrasse völlig aus. Ebenso Projekte auf der Fensterbank.

Gemeinsames Buddeln, Säen, Gießen und Ernten ist für Kinder nicht allein idyllisch – es erfüllt gleich mehrere pädagogisch wertvolle Funktionen:

  • Kinder lernen Verantwortung – was ihnen im späteren Leben zu mehr Zuverlässigkeit verhilft. Denn ihre Pflanzen brauchen immer Pflege… Wer dann wiederum vergisst, sie zu gießen, kann am Ende nichts von ihnen ernten.
  • Kinder können spielerisch Geduld entwickeln. Denn Radieschen wachsen schnell; Tomaten dagegen nicht so sehr. Sie benötigen ziemlich viel Geduld – was die Kinder verstehen lernen müssen… Nur dann begreifen sie, dass Wachstum immer Zeit braucht – eine Erfahrung, die in der schnellen Welt von heute Seltenheitswert hat.
  • Kinder können spielerisch ein Verständnis für natürliche Kreisläufe entwickeln. Sie erleben, dass sich eine Pflanze vom Samen über die Pflanze an sich bis zur Frucht entwickelt. Anschließend dann irgendwann zurück – bis in den Boden… Derartige Kreisläufe sind für sie über die Schulbücher oft nicht richtig greifbar.
  • Selbstanbau schafft Erfolgserlebnisse – denn eine selbst gezogene Erdbeere schmeckt nicht nur süßer als diejenige aus dem Supermarkt. Sie macht auch jene stolz, die sie angebaut haben; besitzt für sie somit einen besonders hohen Wert.
  • Kinder können spielerisch auch ihre Sinne schärfen: Wie duftet Basilikum? Wie fühlt sich frische Erde an?

12 gute Pflanzen-Tipps fürs Kinderbeet

Um bei Kindern Freude und Begeisterung am Gärtnern zu erzeugen, sind schnelle Erfolge wichtig und entscheidend. Auf Grund dessen eignen sich vor allem Pflanzen, die schnell wachsen, robust oder pflegeleicht sind.

Hier einzelne Tipps:

  1. Radieschen: Sie wachsen schnell – und können schon nach so in etwa vier Wochen geerntet werden. Ihre Größe macht die Aussaat einfach, zudem sind Radieschen relativ anspruchslos.
  2. Kresse: Der Fensterbank-Klassiker – schon nach drei bis fünf Tagen darf geerntet werden.
  3. Zuckererbsen und Bohnen: Sie keimen schnell und bieten früh etwas zum Beobachten. Zuckererbsen schmecken zudem süß und eignen sich zum rohen Naschen.
  4. Erdbeeren: Ob im Beet oder Topf – Kinder lieben die roten Früchte.
  5. Himbeeren: Besonders Herbstsorten sind pflegeleicht und tragen lange.
  6. Cherrytomaten: Ein sonniger Platz, ein großer Topf – und ein bisschen Geduld, dann kann die Tomatenernte im August beginnen.
  7. Minze: Eine robuste Pflanze, die intensiv duftet und sich für selbst gemachten Tee eignet. Achtung: Sie breitet sich schnell aus.
  8. Sonnenblumen: Wachsen schnell und werden riesig – das gefällt Kindern.
  9. Zucchini: Im Sommer gibt’s fast täglich neue Früchte. Und: Sie wachsen rasant!
  10. Salate: Vor allem Pflücksalate sind bei Kindern sehr beliebt.
  11. Karotten und Kartoffeln: Obwohl die Ernte unsichtbar unter der Erde wächst, sorgt der Überraschungseffekt beim Herausziehen für große Freude.
  12. Kapuzinerkresse: Kapuzinerkresse wächst schnell, kann klettern und Kinder finden es spannend, dass man Blätter und Blüten einfach naschen kann.

Wichtig ist, immer darauf zu achten, dass nur ungiftige Pflanzen verwendet werden. Auch bei Pflanzen mit Dornen oder Stacheln bitte aufpassen.

Ein kleiner Pflanzkalender für Kinder

Januar – Februar:

  • Kresse (drinnen)

März – April:

  • Radieschen, Karotten, Erbsen (draußen oder im Hochbeet)
  • Erdbeeren (als Pflänzchen)

Mai – Juni:

  • Tomaten, Zucchini, Gurken (als Jungpflanzen setzen)
  • Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch, Petersilie (im Topf oder Balkonkasten)

Juli – August:

  • Sonnenblumen (Aussaat)
  • Spinat oder Pflücksalat (als Jungpflanzen)

September – Oktober:

  • Knoblauchzehen stecken (für die Ernte im nächsten Jahr)
  • Feldsalat

November – Dezember

  • Winterruhe & Planung: Jetzt ist Zeit, ein Gartentagebuch zu führen, Saatgut zu basteln oder neue Pläne zu schmieden

So gelingt ein gelungener Einstieg

Damit die Freude am Gärtnern nicht schon nach den ersten vertrockneten Pflanzen endet, gilt es, folgende Punkte zu beachten:

  • Kinder sollten immer aktiv mit einbezogen werden – und dies ab dem ersten Samenkauf! Denn hier dürfen sie mitentscheiden, was in Beet oder Topf wachsen soll… Wer von ihnen selbst ausgesucht hat, gießt dann später mit einiges mehr Begeisterung als jene, die nicht selbst ausgesucht haben.
  • Ein kindgerechtes Werkzeug ist immer von Vorteil. Damit gemeint sind kleine Schaufeln, bunte Gießkannen oder robuste Gartenscheren. Sie alle machen das Arbeiten für die Kinder einfacher – und spannender.
  • Wichtig ist, auch einmal Fehler zu machen. Denn wenn die Möhren zu früh ausgebuddelt werden – oder mal das Gießen vergessen wird – stellt das für die Kinder keinen Rückschlag dar, sondern einen Lernmoment. Hier ist wichtig, ihnen beizubringen, dass Gartenarbeit kein Wettbewerb ist.
  • Jede Ernte zu loben, ist ebenfalls wichtig. Denn alles, was von ihnen gezogen wurde – sei es eine krumme Karotte oder eine einzelne Erdbeere – ist ein Erfolg… In Folge dessen schmeckt es dann für die Kinder oft doppelt so gut.
  • Kinder sollten auch lernen, was es bedeutet, Verantwortung zu tragen. Diese fällt zum Beispiel beim Gießen, beim Umpflanzen, beim Ernten an. Hier können die Kinder dann selbst Chef sein und sich aufgewertet fühlen.

Spannende Projekte für kleine Hände

Gartenarbeit sollte vor allem Spaß bedeuten. Nicht Arbeit.

Und auch ohne einen Garten lassen sich tolle Projekte verwirklichen.

Hier ein paar Ideen, die für Kinder interessant sein könnten:

  • Eine Möglichkeit ist, sich Gartenkresse auf der Fensterbank zu ziehen. Dies ist ein unkompliziertes Projekt, das sehr schnell Ergebnisse zeigt – und zu jeder Jahreszeit funktioniert.

    Ähnlich funktionieren wiederum Microgreens – das sind Keimlinge, die schon wenige Tage nach ihrer Aussaat geerntet werden können und für extrem schnelle Erfolgserlebnisse sorgen. Senf, Radieschen oder Rucola eignen sich hierfür ganz besonders gut.
  • Beim Regrowing von einzelnen Gemüseresten wiederum wachsen aus Wurzelansätzen neue Pflanzen. Dies funktioniert besonders gut mit Frühlingszwiebeln, Lauch, Karotten oder Staudensellerie.
  • Auch saisonale Projekte wie das Herstellen von Vogelfutter im Winter oder das Setzen von Blumenzwiebeln im Herbst bringen spannende Abwechslung.
  • Beim Sonnenblumen-Wettbewerb geht es um die Frage: Wer schafft es, die höchste Sonnenblume zu ziehen?
  • Ein Insektenhotel und Vogelhäuschen kann man nicht nur kaufen, sondern auch selbst bauen. Da macht das Beobachten gleich doppelt so viel Spaß!
  • Beim Basteln von Samenbomben werden Erde, Tonerde und Saatgut zu Kugeln geformt und später ausgeworfen. Mit dem Ziel, bunte Blumenflächen für Insekten zu schaffen. Diese selbstgemachten Samenbomben sind aber auch zusätzlich ein tolles Projekt für den Kindergeburtstag oder einen durchweg verregneten Nachmittag.

Weitere Informationen

Dieser Artikel basiert auf einem Artikel der Plattform oekotest.de. Er wurde für „lebenslust-online.de“ ein ganz klein wenig umgeschrieben und angepasst.

Einzelne Parts wiederum wurden aus dem Originalartikel auch ohne größere Änderungen übernommen, weil sie derart stimmig waren, dass sie nicht noch zusätzlich vom Schreibstil her mit angepasst werden mussten.

Hinweis zur Grafik oben: Diese Grafik wurde von einer KI generiert.