Im Winter gehört das Füttern von heimischen Wildvögeln für viele Menschen einfach dazu. Aber wie sieht das in der warmen Jahreszeit – dem Sommer – aus?
Gerade in den Sommermonaten scheiden sich hier nämlich die Geister. Während manche Vogelfreund:innen die Tiere auch in den Monaten von Juni oder Juli noch zusätzlich mit Körnern versorgen wollen, sehen Naturschutzverbände hier ein Risiko für deren Vogelgesundheit sowie auch die Artenvielfalt insgesamt.
Wir geben euch hier und heute Tipps, was ihr bei einer Sommerfütterung beachten solltet – und warum naturnahe Gärten oft mehr helfen als jede einzelne Futterstelle!
Zwischen Unterstützung und Fehlversorgung
Die Sommerfütterung ist unter Ornitholog:innen umstritten. Fakt allerdings ist, dass viele Alt- und Jungvögel Futterstellen gerne annehmen. Insbesondere dann, wenn es durch Wetterextreme wie zum Beispiel lange Regenperioden an natürlichen Futterquellen fehlt.
Frisch ausgeflogene Jungtiere können in dieser frühen Phase von zusätzlichen Energiequellen profitieren, wie der „Bayerische Rundfunk (BR)“ berichtet.
Problematisch wird es aber spätestens dann, wenn ungeeignetes Futter an die Tiere verfüttert wird. Deshalb hier von uns einige Tipps zu deren bestmöglicher Nahrung:
- Jungvögel benötigen proteinreiche Nahrung – dies sind in erster Linie Insekten. Reine Körnermischungen sind wiederum für sie ungeeignet – denn sie können bei den Jungvögeln Entwicklungsstörungen verursachen
- Große Nussstücke oder harte Körner dagegen können bei den Jungtieren zu lebensgefährlichen Verdauungsproblemen führen
- Fettreiches Futter, das für den Winter angedacht gewesen ist, kann laut Studien im Frühjahr die Fruchtbarkeit bestimmter Vogelarten reduzieren
Eine Empfehlung ist daher, am besten zu Spezialmischungen mit Insektenanteil zu greifen, wenn ihr in den Sommermonaten zufüttern wollt. Hierfür bieten sich lebende Mehlwürmer an.
Hygiene an der Futterstelle ist im Sommer besonders wichtig
Warum ist das so? Weil sich in der warmen Jahreszeit Krankheitserreger wie zum Beispiel Bakterien oder Parasiten besonders schnell vermehren können. In Folge dessen ist dann auch in Sommermonaten die Hygiene an Futter- sowie Wasserstellen essenziell.
Die folgenden Punkte solltet ihr hier unbedingt beachten, wenn ihr diese reinigen wollt:
- Täglich einmal ausfegen! Und mindestens einmal pro Woche mit heißem Wasser reinigen (ganz ohne Chemie)
- Unbedingt beim Reinigen Handschuhe tragen! Weil der Vogelkot Krankheitserreger enthalten kann
- Futtersäulen oder -silos verwenden! Denn sie sind wesentlich hygienischer als offene Futterhäuschen, da sie weniger leicht verschmutzen
Wasserstellen sind eine willkommene Abkühlung
Vögel brauchen im Sommer nicht nur Futter, sondern vor allem Wasser. Nicht nur zum Trinken – sondern auch zum Baden. Ein flacher Teller oder eine Schale reichen hierfür völlig aus.
Wichtig ist bei diesen Gegenständen aber immer Folgendes:
- Sie sollten täglich gereinigt sowie neu befüllt werden, damit sich keine Keime bilden
- Es sollten immer zwei Gefäße im Wechsel verwendet werden. Denn während gerade eines von ihnen in Betrieb ist, kann das Andere in der Sonne austrocknen – was dann wiederum Keime zusätzlich abtöten kann
Wenn ihr kranke oder tote Vögel an einer Futter- oder Wasserstelle seht, solltet ihr unverzüglich handeln und die Fütterung sowie auch die Wasserangebote sofort einstellen. Bis mindestens zum kommenden Winter.
Selbst die gründlichsten Hygienemaßnahmen helfen dann nämlich oft nicht mehr, wie der „Naturschutzbund Deutschland (NABU)“ berichtet.
Lebensräume für Vögel schaffen
Naturschutzverbände wie der „NABU“ oder auch der „Landesbauernverband (LBV)“ betonen immer wieder, dass es alles andere als ausreichend ist, Wildvögeln nur zuzufüttern, um ihnen zu helfen. Stattdessen ist der Erhalt und die Gestaltung geeigneter Lebensräume von entscheidender Bedeutung. Ein naturnaher Garten, der aus heimischen Pflanzen besteht, vielfältige Strukturen hat und mit einem reichhaltigen Angebot an Insekten aufwarten kann, ist für Vögel insbesondere in deren Brutzeit die wirksamste Unterstützung.
So könnt ihr euren Garten vogelfreundlich umgestalten
- Heimische Blühpflanzen und Sträucher pflanzen – die Samen und Insekten anziehen!
- Wilde Ecken mit Laub- oder Totholzhaufen erhalten!
- Auf Pestizide sowie chemische Dünger verzichten!
- Nisthilfen an geschützten Stellen anbringen!
Besonders empfehlenswerte Pflanzenarten
- Kräuter und Wildpflanzen – wie Wiesenknopf, Nachtkerze und Sauerampfer
- Bodendecker und Blühpflanzen – wie Vogelmiere, Klee oder Wegerich-Arten
- Nährstoffreiche Wildkräuter – wie Brennnesseln oder aber auch noch Gräser
Warum sich ein naturnaher Garten lohnt
Nahrung steht im natürlichen Rhythmus zur Verfügung – was insbesondere Jungvögel vor Verdauungsproblemen schützt.
In Kombination mit Nistkästen und sauberen Wasserstellen entsteht mit einem naturnah gestalteten Garten ein vollständiger Lebensraum.
Auch Insekten, Igel oder viele andere Wildtiere werden von einer vielfältigen, naturnahen Gartengestaltung dauerhaft profitieren.
Fazit: Füttern immer nur mit Augenmaß
Wer also Vögel im Sommer füttern möchte, sollte sich vorab sehr gut informieren – und, auf artgerechte Futterwahl und hohe Hygienestandards achten. Noch entscheidender allerdings ist, natürliche Lebensräume zu erhalten – und, im eigenen Garten immer insektenfreundlich zu gärtnern.
So könnt ihr nicht nur einzelnen Tieren helfen – sondern, dem gesamten Ökosystem!
Weitere Informationen
Dieser Artikel erschien zuerst in leicht veränderter Form auf chip.de. Er wurde für „lebenslust-online.de“ nochmals ein wenig umgeschrieben und angepasst.
Ursprüngliche Quellen waren der „Bayerische Rundfunk (BR)“ und der „Naturschutzbund Deutschland (NABU)“.
Hinweis zur Grafik oben: Diese Grafik wurde von einer KI generiert.
