Hinter diesem Begriff verbirgt sich etwas, das wir alle kennen.
Und, zugleich, ein neuer Beziehungstrend.
Schwingen zwischen verschiedenen Ästen
„Monkey Branching“ kommt aus dem Englischen – und bedeutet in übersetzter Form, dass ein Affe, der von einem Ast zum Anderen schwingt, den Vorherigen dabei nicht loslässt.
Genau darum geht es hier – man sucht sich eine neue Person, auch wenn man da noch in einer Beziehung ist.
Zählt das schon als Fremdgehen?
Wie „esquire.de“ über dieses Phänomen schreibt, weiß die handelnde Person beim „Monkey Branching“ innerlich meist ganz genau, dass sie die aktuelle – und noch bestehende – Beziehung zu ihrer einstigen „großen Liebe“ schon in naher Zukunft beenden will.
Um dies jedoch so angenehm wie möglich zu gestalten, findet zwischen den bisherigen Partner:innen nicht der harte Cut statt – sondern stattdessen eine Art schleichender Zerfall, während parallel schon etwas Anderes, Neues, aufgebaut wird.
Dadurch ist die trennende Person zum Zeitpunkt des Breakups innerlich nicht gebrochen – sondern in ihrem Kopf im nächsten Kapitel des eigenen Lebens angelangt.
Dies ist nicht nur egoistisch oder auch opportunistisch – sondern, vor allem auch, manipulativ. Denn jene Person, die von der Anderen zurückgelassen wird, wird urplötzlich – wie völlig aus dem Nichts – vor vollendete Tatsachen gestellt.
Ist dies jetzt Betrügen – oder nicht?
Das lässt sich laut „esquire.de“ nicht eindeutig sagen.
Denn oftmals ist es so, dass nichts „Verbotenes“ stattfindet – weil man sich ja mit der neuen Person nicht trifft. Oder gar, intim wird.
Stattdessen schreibt man einfach nur hin und her.
Die zweite Person – also jene, die letztendlich verlassen wird – empfindet das vermutlich völlig anders. So, dass sie sich komplett hintergangen, ersetzt sowie betrogen fühlt.
Erst recht deswegen, wenn die Neue nämlich genau dann auch noch diejenige ist, vor der das eigene Bauchgefühl die ganze Zeit gewarnt hat.
Ziel ist, eigene Kontrolle zu behalten
„Monkey Branching“ wird, wie „esquire.de“ treffend schreibt, sehr häufig mit narzisstischen Verhaltensmustern in Verbindung gebracht. Weil es stark vom Bedürfnis geprägt ist, Kontrolle zu behalten und das eigene Ego zu sichern.
Anstatt sich innerlicher Unsicherheit oder Verletzlichkeit durch ein mögliches Alleinsein zu stellen, versucht dann die betroffene Person, eine Art von „Sicherheitsleine“ weiter in der Hand zu behalten – zum Beispiel in Form von einer neuen festen Partnerschaft, die bereits im Hintergrund langsam schleichend aufgebaut wird.
Oder aber auch, durch mehrere verschiedene Optionen, die von ihr gleichzeitig warmgehalten werden… Dieses Verhalten vermittelt eine kurzfristige Macht sowie Kontrolle – weil die letztendlich entscheidende Person dabei das Feeling hat, immer selbst zu entscheiden, wen sie wann am allerliebsten für sich selber wählen will.
Gleichzeitig aber zeigt sich durch dieses spezielle Verhalten auch noch eine egozentrierte Haltung – denn die Bedürfnisse des Gegenübers werden zweitrangig. Solange das eigene Sicherheits- und Bestätigungsbedürfnis befriedigt wird.
In diesem Sinn kann „Monkey Branching“ laut „Esquire“ als Ausdruck einer narzisstischen Dynamik verstanden werden – in der Nähe und Beziehungen nicht auf Gegenseitigkeit beruhen, sondern eher als Mittel dienen, den eigenen Selbstwert sowie eigene Kontrolle zu stabilisieren.
Weitere Informationen
Dieser Artikel stammt in ursprünglicher Form aus der Plattform esquire.de. Er wurde für „lebenslust-online.de“ ein wenig umgeschrieben und angepasst.
Hinweis zur Grafik oben: Diese Grafik wurde von einer KI generiert.
