„YourPride“ – irgendwie ein bisschen anders!

„YourPride“ – auf deutsch übersetzt, dein Stolz – ist mehr als nur ein Lebensgefühl. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Vision von Robert Prior, dem Gründer dieses Channels. Einem Mann, der unter anderem auch Teil der „Rainbow City Radio“-Crew auf ALEX Berlin ist. Robert wollte einfach nur für seine eigene Lieblingsmusik einen 24-Stunden-Stream im Internet schaffen, der mit Hilfe von Wort- oder Musikbeiträgen Sprachrohr für die queere Szene werden sollte.

Die Idee zu diesem Stream kam Robert 2021. Damals suchte er Mitstreiter – und fragte mich an: „Hast du Lust, bei „YourPride“ mitzuarbeiten?“ Ich war sofort Feuer und Flamme: „Keine Frage! Ich bin dabei!“

Doch aller Anfang ist bekanntlich immer schwer… Wie baut man denn von Null auf Hundert einen Radio-Channel auf – der dann auch noch in der eigenen Szene beliebt werden sollte?

Erste Anfänge mit viel Wort und Musik

Insbesondere in den ersten Monaten besticht der „YourPride“-Online-Stream neben seiner Unterhaltungsmusik durch inhaltliche Wortbeiträge. So produzierte zum Beispiel ich, Xenia Brühl, für die Unterhaltungs-Plattform eigene Beiträge in meinen dortigen Kategorien „LGBTIQ News“, „YourPride Topic“, „YourPride Eventflash“ und „YourPride Quizword“.

Nighto aus unserem „YourPride“-Team wiederum präsentierte in den nächtlichen Stunden Partymusik – ganz im Sinne von eigenen musikalischen Live-Shows mit aufputschenden Playlists. Blacky hingegen moderierte abends das Format „YourPride Schlager“ (dieses lief ab November 2022 regelmäßig ab 18 Uhr).

Auch Robert Prior präsentierte mit „Schlager am Samstag“ ein Schlagerformat – und zum Zweijährigen gab es sogar am 01. Februar 2023 eine eigene „YourPride Geburtstags-Party“.

Team-Mitglied Mal spielte mit viel Elan seine „Allround Boom Playlist“ – und die queere Szene hörte zu.

Abgesehen von den ganzen Wortbeiträgen in dem damaligen Tagesprogramm sowie all den bisher vorgestellten Leuten aus dem „YourPride“-Team gab es auch noch „Hardstyle-Leon“, der in seiner eigenen Live-Show Hardstyle und HandsUp zur nächtlichen Stunde feierte – ideal zum energetischen Abtanzen und Sorgen des eigenen Alltags vergessen.

So war über „YourPride“ Lebenslust immer garantiert. Und, auch selbstverständlich, dazu jede Menge Spaß.

Über yourpride.de gab es zeitweise eine eigene Webseite für den damals noch recht neuen sowie jungen Online-Stream, die dann aber später temporär auf Eis gelegt sein sollte – auf Grund dessen, dass technische Probleme auftraten, die eine weitere Sichtbarkeit erst einmal unmöglich machten.

Der Provider dieser Seite existiert aber bis heute noch. Ihre Neuauflage ist bereits angedacht, da das Interesse an „YourPride“ immer stärker gewachsen ist – und der Sender daher dann auch eine neue Onlinepräsenz braucht, um im Wettbewerb mit den anderen Radiosendern im queeren Genre bestehen zu können.

Artist Promotion für Lou Berger und Madlen

„YourPride“ verfügte von Anfang an über ein eigenes „Station Voice“. Ebenso wurde die Plattform schnell zu einer Werbeoption für professionelle Straßenmusiker:innen oder musikalische Newcomer:innen, die für diesen Online-Channel angeworben wurden.

So wurden zum Beispiel Artists wie Lou Berger oder auch Madlen, eine deutschlandweit aktive und extrem begabte Straßenmusikerin, gezielt in ihrer eigenen Promotion unterstützt. Interviews aus „Rainbow City Radio“ auf ALEX Berlin mit diesen talentierten Künstler:innen liefen nach ihrer dortigen Radio-Erstausstrahlung im „YourPride“-Tagesprogramm – wie auch eigene Songs der jeweiligen Künstler:innen.

Die Nachrichten zur vollen Stunde sind der einzige Baustein des „YourPride“-Programms, der nicht von „YourPride“ direkt produziert ist. Hierum kümmert sich das Nachrichten-Team von „laut.fm“ – und bringt in wenigen Minuten wichtigste Schlagzeilen des Tages sehr gezielt prägnant auf den Punkt. Auf den Inhalt dieser deutschlandweiten Nachrichten hat „YourPride“ keinen inhaltlichen Einfluss.

Ende von „lulu.fm“ eine Chance für „YourPride“

Die Konkurrenz ist bekanntlich immer hart. Dies hat insbesondere der Radiosender „lulu.fm“ sehr schmerzhaft zu spüren bekommen. Der Sender, der sich von einer einstigen „Gay Music Station“ über den „lesbisch-schwulen Rundfunk“ bis hin zu einem „queeren Radio“ entwickelt hatte, stellte am 30. Juni 2024 seinen eigenen Sendebetrieb ein.

Warum dies tatsächlich erfolgt ist, erklärt der Gründer von „lulu.fm“ sowie auch der Geschäftsführer dieses Radio-Channels, Frank Weiler, gegenüber „Radioszene“ so: „Es tut mir sehr leid für die queere Community, für die Menschen in Berlin und Köln, wo wir über Antenne senden, und ganz besonders für das einzigartige lulu.fm-Team, aber das Herzblut-Projekt lulu.fm ist von sich heraus wirtschaftlich nicht mehr haltbar.“

Deshalb musste „lulu.fm“ aufgegeben werden.

Wohin jetzt mit all den Hörer:innen von „lulu.fm“? Strömungen mit bestimmten Vorlieben und Interessen suchen sich bekanntlich immer neue Andockpunkte, die die eigenen Wünsche oder Interessen vertreten – und dem bislang immer gern Gehörten auch noch möglichst nahe kommen. Auf diese Weise konnte man schon kurz nach Ende des bisherigen Radiosenders „lulu.fm“ beim Sender „YourPride“ zunehmend erhöhte Einschaltquoten feststellen – die im Besonderen auf jenen Umstand zurückgeführt werden konnten, dass sich vermutlich einstige Hörer:innen von „lulu.fm“ nach dessen Ende zu „YourPride“ ganz gezielt hinüberbewegt hatten. Dies bestätigt auch Robert Prior, der Gründer von „YourPride“, auf Anfrage von „lebenslust-online.de“: „Wir können das in unsren eigenen Statistiken sehr deutlich sehen!“

Die Suche nach einem sehr positiven Lebensgefühl kann nicht irgendwie von fremder Hand gebremst werden. Sie findet wie im Beispiel von „YourPride“ immer neue Wege, um über neue Orte die eigenen Bedürfnisse und Wünsche nach zum Beispiel seriöser Unterhaltung in Verbindung mit einem lebendigen queeren bunten Radioprogramm inhaltlich und musikalisch packend zu befriedigen.

Wie aber wird es langfristig mit „YourPride“ inhaltlich weitergehen?

Ideen hierzu gibt es viele. Konkrete Pläne allerdings noch nicht. Sicher ist bislang nur eines: Es muss irgendetwas passieren. Den jetzt neu hinzugekommenen vermutlichen Hörer:innen von „lulu.fm“ muss in „YourPride“ auch zukünftig Abwechslung geboten werden. Damit sie sich mit „YourPride“ identifizieren – und bei dessen eigenem Programm zu Hause bleiben.

Es wird hier besonders spannend werden, wie es längerfristig weitergeht. Das erhöhte Interesse an „YourPride“ muss definitiv befriedigt werden – in welcher Form auch immer… Wird es wieder musikalische Live-Shows in dem Radio geben? So, wie es in Anfangszeiten von „YourPride“ vielfach gewesen war?

„lebenslust-online.de“ wird auch langfristig die Entwicklung dieses Radiosenders detailliert verfolgen. Und, sein Angebot gezielt über das Internet promoten. Damit „YourPride“ dann auch über diese Unterstützung Sprachrohr der queeren Szene bleibt.

Wie kann man „YourPride“ empfangen?

„YourPride“ gibt es einerseits über Anbieter wie „radio.de“ oder „Phonostar“ zu hören, aber auch andererseits über die eigene Homebase „laut.fm“.

Quellen:

Radioszene: lulu.fm stellt Sendebetrieb in Deutschland ein

Eigene Recherchen in der „YourPride“-Redaktion

Screenshot oben: (C) Xenia Brühl, 2025