Wie war der „Zug der Liebe“ 2025? Ein Rückblick!

Der „Zug der Liebe“ in Berlin wird von manchen bis heute als Neuauflage der „Loveparade“ gesehen. Aber stimmt das tatsächlich?

Party für einen guten Zweck

Nein. Denn auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag, handelt es sich hier tatsächlich um eine politische Veranstaltung. Darauf weisen unzählige kreative politische Botschaften an den verschiedenen Wägen hin.

Bei der früheren „Loveparade“, die 1989 das erste Mal in Berlin stattgefunden hatte, hatte es das so nicht gegeben. Da standen wesentlich mehr schrille Kostüme, DJs oder das Feiern einer neuen Musik-Subkultur im Vordergrund der Veranstaltung. Politische Ziele wurden nicht so stark benannt – weshalb dann viele längerfristig auch den Sinn dieser Veranstaltungen in Frage stellten oder nicht so richtig verstanden.

Es ist ja immer gut, mal endlich für etwas – und nicht gegen etwas – rauszugehen… Aber für was denn eigentlich genau? Friede? Freude? Eierkuchen?

Oder, besser ausgedrückt: Liebe? Spaß? Und Party?

Der politische Hintergrundgedanke des „Zug der Liebe“ war da – verglichen zu der „Loveparade“ – von Anfang an ganz anders. Hier sollte ein lautes, deutliches, wummerndes Zeichen gegen Rechts gesetzt werden. Denn 2015, als die erste Veranstaltung zum „Zug der Liebe“ stattfand, sorgten gerade Demos von „PEGIDA“ deutschlandweit für Aufsehen. Demos gegen Flüchtlinge – und gegen Vielfalt in unserer Gesellschaft.

Der „Zug der Liebe“ wollte da entschieden etwas dagegen setzen: Wir brauchen Vielfalt! Und, es ist cool, dafür laut zu sein! Laut gegen rechts für mehr Weltoffenheit das Tanzbein zu schwingen!

Die erste entsprechende Demonstration am 18. Juli 2015 fand dann erst mal unter ziemlich schwierigen Vorzeichen statt. Sie wurde sogar anfänglich noch untersagt.

Podcast „MEIN BERLIN regional“ war mit dabei

Inzwischen ist der „Zug der Liebe“ eine feste Berliner Institution, die aus der hiesigen Partyszene nicht mehr wegzudenken ist. Es nehmen zahlreiche Vereine an der breiten Demo teil, die sich zum Beispiel für die Clubkultur an sich, den Tierschutz oder auch bezahlbare Mieten einsetzen. Ebenso für andere stark regional geprägte Themen, die den Berliner:innen innerlich auf den Nägeln brennen.

Aber eben immer anstatt lauten Parolen mit viel Tanzen.

Auch die queere Szene Berlins ist mit eigenen Wägen dort dabei. Diese sorgen dann mit Drag Queens oder Discokugeln für typische queere Clubatmosphäre.

Seit einigen Jahren mache ich übrigens in unregelmäßigen Abständen hin und wieder neue Folgen meines Audiopodcasts „MEIN BERLIN regional“ auf eben solchen Veranstaltungen. Dieser Podcast, der bis heute in Mixcloud dauerhaft zu hören ist, soll die Live-Atmosphäre vor Ort zu einhundert Prozent vermitteln – so, als wär man grade auch mit Teil dieser Events.

Für all diejenigen, die am 30. August 2025 also nicht haben raven können, bin ich einen Teil der Strecke dieser Megaparty mitgelaufen – mit einem eigenen Diktiergerät im Schlepptau. Daraus sind dann letzten Endes unverwechselbare Aufnahmen entstanden.

Der Start der Veranstaltung verzögerte sich

Wir liefen letzten Endes von dem Startpunkt direkt am Mauerpark über den U-Bahnhof „Eberswalder Straße“, die Tram-Haltestellen „Prenzlauer Allee/Danziger Straße“, „Greifswalder Straße/Danziger Straße“ oder aber auch „Landsberger Allee/Petersburger Straße“ vorbei am „SEZ“ bis hin zum „Platz der Vereinten Nationen“.

Wo es sich dann erstmals plötzlich staute. Denn die Wägen kamen erst einmal nicht mehr länger weiter. Sie wurden wenige Minuten lang vor dem Weiterziehen gestoppt.

Nachdem es gegen später dann wieder weiterging, zogen alle Raver:innen über den nächstgelegenen „Strausberger Platz“ vorbei am Zentrum Ost-Berlins, dem wilden „Alexanderplatz“. Bis dort hin war der Podcast „MEIN BERLIN regional“ live mit dabei.

Das restliche Stück bis zum Springer-Hochhaus und noch etwas weiter bin ich dagegen dann nicht mehr mitgelaufen, weil ich auf Grund eines späteren Termins auf Höhe Alexanderplatz den Demozug verlassen musste.

Zu Beginn dieser Veranstaltung hatte es übrigens sehr starke Verzögerung gegeben. Alle Wägen fuhren wesentlich später los als ursprünglich geplant. Später auf der Höhe des „Platz der Vereinten Nationen“ kamen dann auch einzelne wenige Regentropfen auf alle Raver:innen runter; es sah sogar ganz kurzzeitig am Himmel nach noch mehr Regen aus.

Doch der Regen zog letztendlich an uns vorbei – gut für alle Raver:innen und ihre einzigartige Stimmung auf der Straße.

Um die 3 Stunden Aufzeichnung vom „Zug der Liebe“ auf Mixcloud

Wie bereits berichtet, hatte ich von Anfang an mein Diktiergerät mit eingeschaltet. Und, die ganze Zeit über Liveberichterstattung mit dem Smartphone gemacht.

Diese Aufzeichnung zum „Zug der Liebe“ 2025 – jener legendären Demo, die das zehnte Jubiläum dieser Großdemo gefeiert hatte – findet ihr auf Mixcloud! Zum Nachhören, Mitraven – und Genießen!

Weitere Informationen

Spannende Details rund um den „Zug der Liebe“ 2025 – oder auch, zu ihm gehörende Mottopartys – findet ihr unter zugderliebe.org.

Foto oben: (C) Xenia Brühl, 30. August 2025